Soziale Kampfbaustelle – Plagwitz/Lindenau

Abreißen. Umgraben. Aufbauen.
Soziale Kampfbaustelle im Leipziger Westen (Lindenau/Plagwitz) (15. – 22.08.16)

Das Viertel soll nicht schöner werden, sondern widerständiger.
Auf dem Camp der Sozialen Kampfbaustelle wollen wir uns als Betroffene von Ausgrenzung, Ausbeutung und Verdrängung organisieren. Auf dem Camp wird es Diskussionen, Ideenaustausch, Vernetzung, gemeinsame Aktionen, kollektive Widerstandsstrategien, ’ne Küche für Alle und Campingmöglichkeiten geben. Unser Ziel ist es, gemeinsam gegen unsere Unterdrückung zu kämpfen und sie langfristig abzuschaffen. Das Camp ist erst der Anfang.

Lindenau und Plagwitz verändern sich in atemberaubendem Tempo. Mieten und Preise steigen, arme Menschen werden verdrängt, andere Menschen rausgeworfen, Mieter*innen aus ihren Wohnungen geekelt. Und das alles nur um noch mehr Geld zu machen. Um die Menschen und ihre Bedürfnisse geht es dabei nicht. Um den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen, braucht es Solidarität, gegenseitigen Respekt und gemeinsamen Widerstand gegen die alltäglichen kapitalistischen Zumutungen. Solidarität und Respekt entstehen erst, wenn Nachbar*innen sich kennenlernen und sich als Gleiche verstehen. Widerstand entsteht erst, wenn wir unsere Nachbar*innen nicht als Konkurrenten*innen wahrnehmen, sondern gemeinsame Interessen erkennen und gemeinsam handeln.

Die Soziale Kampfbaustelle ist ein soziales Experiment. Wir wollen näher zusammenrücken und neue Formen der Zwischenmenschlichkeit ausprobieren. Wir wollen uns aufeinander verlassen und uns vertrauen können. Dafür müssen wir als Erstes die Vereinsamung und Vereinzelung durchbrechen. Unser Widerstand muss dort beginnen, wo wir leben, hier im Kiez. Er beginnt bei uns und unseren eigenen Problemen.

Wir wollen gemeinschaftlich zusammenarbeiten, solidarisch im Alltag miteinander sein und uns gegenseitig helfen, die alltäglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Dazu wollen wir über unsere eigenen Bedürfnisse und Probleme bei der Arbeit oder in der Mietwohnung, bei der Erziehung unserer Kinder und in unserer Freizeit reden. Wir haben alle Stress bei der Arbeit, beim Amt, zu Hause, mit den Vermieter*innen und Chefs. Wir können aber auch gemeinsam etwas dagegen tun und müssen nicht allein damit klar kommen.

Um dies dauerhaft zu schaffen, müssen wir Wege aus dem Kapitalismus suchen und sie umsetzen. Wir wollen Strukturen schaffen und Verhaltensweisen erlernen, die es uns ermöglichen, widerständig und revolutionär zu handeln. Dafür müssen alle mitbestimmen dürfen. Dafür sollen Alle an allem teilhaben können. Dafür müssen wir die herrschenden Eigentumsverhältnisse auflösen. Es braucht Freiheit und Fülle für Alle statt privatem Reichtum von Wenigen.

Wir brauchen keine Vormundschaften, keine Überwacher und Verwalter. Wir wollen keine Herrscher und keine Anführer. Niemand soll aufgrund seiner*ihrer Herkunft, Alters oder Geschlechts etc. ausgeschlossen oder diskriminiert werden. Wer andere ausschließen oder ihnen schaden will, hat auf dem Camp nichts zu suchen.

Kampfbaustelle


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