Archiv für Oktober 2011

Nationalismus und Antiziganismus in Tschechien

Antiziganimus, Pogromstimmung und wirtschaftliche Krise in Tschechien

Die Gefahr antiziganistisch motivierter Pogrome im Norden Tschechiens ist
in diesem Sommer enorm gestiegen. In der Region Šluknovsko und in Städten
wie Nový Bor, Rumburk oder Varnsdorf finden regelmäßig Demonstrationen
einer sich als „ethnisch tschechisch“ wahrnehmenden Mehrheitsgesellschaft
gegen die Roma der Region statt. „Mit Schaufeln und Äxten werden wir die
Zigeuner hetzen!“ „Hitler hatte recht!“ oder „Zigeuner ins Gas“ sind Beispiele
dessen, was der rassistische Mob dabei von sich gibt. Bisher wurden alle
Versuche, die Wohnungen von Roma vor Ort direkt anzugreifen, von der
Polizei unterbunden. Doch die zugrunde liegende Stimmung heizt sich weiter
auf, Neonazis und Mitglieder der DSSS (die tschechische Schwester der NPD)
versuchen verstärkt, die Situation für sich zu nutzen und zur Eskalation zu
treiben. Was in den nächsten Monaten passieren wird, ist ungewiss,
besonders im Hinblick auf die umfassenden neoliberalen Reformen, in dessen
Rahmen die tschechische Regierung 2012 massive Einsparungen im Bereich der
Sozialausgaben plant. Die Angst, dass die rassistische Gewalt sich vom
Norden Tschechiens in andere Teile des Landes ausbreitet, scheint
berechtigt.

Eine Info-Veranstaltung tschechischer Antifaschist_innen

Der Vortrag wird am 9. November um 19 Uhr in der G16 – voraussichtlich Lesecafe- auf Englisch stattfinden.

Veranstaltungsreihe zur Auseinandersetzung mit den Themen Erziehung und Schule in der heutigen Gesellschaft

Ist die Erziehung und die damit einhergehende Bildung inzwischen ein Instrument, um junge Menschen auf die Unzulänglichkeiten, den ausbeuterischen Charakter und die „Härte“ des Systems vorzubereiten? Oder vermittelt sie den Menschen Werte und Normen, Fertig- und Fähigkeiten sowie einen „gesunden Verstand“?

Was, wenn sich ein Mensch dem verwehrt, sich nicht anpasst, nicht funktioniert, das System nicht mittragen will?
Ist sein Leben dann von minderer Qualität?

Wohlerzogen stehen dem Menschen die besten Aussichten auf Erfolg zur Verfügung. Mensch ist angepasst, mensch funktioniert. Doch was, wenn mensch sich dem verwehrt, ein eigenes Bild davon, was richtig für sie/ihn ist, entwickelt? Das System Schule ist der Hort vieler großer Ungerechtigkeiten gegenüber der Bildung von Kindern. Der Schule obliegt noch immer eine Monopolstellung in der Bildungsvermittlung, sie wird als unerlässlich in der BRD angesehen und gilt als Pflicht!
Kritikansätze gibt es schon längst, wann sprengen wir das Gebäude?

Veranstaltungstermine und Themen:

Warum eine Wissenschaft von der Erziehung überflüssig ist und warum es sie dennoch gibt- Referent: Freerk Huisken
01.11.2011 19.00 UHR GIESZER 16 / LESECAFE

Erfolgreiches Werden – oder erfülltes Sein?
Wer bestimmt eigentlich die Qualität meines Lebens?- Referent: Bertrand Stern
16.11.2011 19.00 UHR GIESZER 16 / LESECAFE

Mythos Schule- Referent: Ulrich Klemm
07.12.2011 19.00 UHR GIESZER 16 / LESECAFE

(mehr…)